Dienstag, 29. September 2026

Sovjet-Geschenk


Diesen markanten Rundbau beim Lê Văn Tám Park hat Vietnam 1985 von der UdSSR erhalten. Er beherbergte die erste Bodenstation für Fernsehsatelliten in Südvietnam. Nach 1975 gab es nämlich ein Problem: Die neue sozialistische Republik konnte nur TV-Aufzeichnungen per Luftfracht nach Saigon schicken. Bei Flugausfällen hatte der Süden fast nichts neues auszustrahlen. Abhilfe brachte erst dieses Geschenk der Russen, die so natürlich auch ihre Programme einspeisen konnten. Den Zuschauern war es recht, sie waren sich gewohnt, nur zwei Sender zu empfangen. 

Samstag, 26. September 2026

Leuchtturm mit Aussage

Gleich neben dem russischen Markt ist die Bücherstrasse. 


Eher etwas touristisch, dafür auch mit englischen Titeln.


Etwas versteckt, in der Mitte, steht ein Leuchtturm. Er trägt die Inschrift, unmissverständlich auch auf Chinesisch, «Die Paracelsus- und Spratly-Inseln gehören Vietnam». Immer wieder zanken sich China, die Philippinen und Vietnam über die Territorien im südchinesischen Meer.



Dienstag, 22. September 2026

Auf ein Brotbier beim Russen

In Ho-Chi-Minh-Stadt gibt es nicht nur vietnamesische und chinesische Märkte, sondern auch einen russischen, den Chợ Nga. 


Der weitaus grösste Teil des Angebots sind Winterkleider, obwohl man solche definitiv nicht braucht in Vietnam. 


Nicht fehlen dürfen Souvenirs wie die Matrjoschkas, die ineinander verschachtelten Holzpuppen (oft fälschlicherweise Babuschkas genannt).


Ich habe es indessen auf Lebensmittel abgesehen. Solche Stände sind jedoch weitgehend verschwunden seit die Russen Krieg führen. Dann bin doch noch fündig geworden. 


Russische Würste, Käse, Dosenfisch und Guezli konnten mich nicht zu einem Kauf überzeugen. Noch im Laden genehmige ich mir jedoch ein kühles «Kwas», das populäre Süssgetränk aus vergorenem Roggenbrot (0.45 % Alk.). Gar nicht mal so schlecht, sozusagen das Rivella der Russen. Und dann noch mit (gemalter) Aussicht auf den Roten Platz.


Nach Hause genommen habe ich schliesslich noch zwei Varianten von Kwas: schwarze Johannisbeere aus Vyatka und wilde Beeren vom Vyatka-Wald. Und natürlich auch ein Bier. Aus einer Auswahl der grössten Brauerei «Baltika» wähle ich Nr. 9, ein helles Lager mit 8% Alkohol. Dazu noch etwas Schokolade der Marke «Alenka». На здоровье!




Donnerstag, 17. September 2026

Van Gogh mal anders

Im modernen Teil ennet dem Saigon River besuche ich die «Metashow», die Vincent Van Gogh gewidmet ist. 



Zwar hängt hier kein einziges Original  des Künstlers, doch wird man eindrücklich in seine Welt versetzt. 



Zunächst gibt es einen Abriss seines Lebens. Dann wird einem eine VR-Brille aufgesetzt, und man begegnet ihm höchstpersönlich. Leider kriegt man das auf kein Foto. 



Dann taucht man in verschiedenen Räumen in seine Phantasie ein. 



Durch Lichteffekte und Spiegel wirken die Räume riesig, 


und man schaut in die Unendlichkeit,



oder einfach nur in sein Zimmer. 





In einem 360° Kino werden einzelne Werke gezeigt und erklärt. 




Für ein Spiegel-Labyrinth erhält man eine Schaumstoff-Wurst zum tasten, damit man nicht auf Scheiben oder Spiegel prallt.



Im «Zeit-Tunnel» wird einem trümmlig. Der Steg bewegt sich nicht. 




Genial sind die Bilder, die zum Leben erweckt wurden. 



Das Bild «Weizenfeld mit Krähen» hat er kurz vor seinem Suizid geschaffen,



doch unendlich viele Sonnenblumen und Rosen machen Van Gogh unsterblich. 

 



Montag, 14. September 2026

Brioche mal anders


Im Supermarkt in Saigon entdeckt: «Schweizer Brioche». Nur: so habe ich das in der Schweiz noch nie gesehen. Das Internet schafft Klarheit: Das Gebäck wurde vom französischen Konditor Christophe Felder erfunden und «Brioche Suisse» genannt, warum auch immer. Es ist ein rechteckig gefalteter Briocheteig gefüllt mit Vanillecrème und Schoggi-Stückchen.


Gleich daneben gibt es Berliner, gefüllt mit Vanille- oder Schokoladencrème. Lustigerweise unter dem Namen «Bomboloni».

Freitag, 4. September 2026

Schnee von gestern


«Die meisten Vietnamesen haben noch nie Schnee gesehen». Für natürlichen Schnee mag das zutreffen. Im künstlichen amüsieren sich jedoch schon die Kleinsten: Die Attraktion tingelt von einem Einkaufszentrum zum anderen.