Freitag, 13. März 2026

Die Lungen der Grossstadt

Schon mehrmals habe ich Parks in Saigon erwähnt. Sie sind über die ganze Stadt verteilt. Alle sind sauber, sicher und gut gepflegt. Ideal, um sich vom Grossstadtrummel zu entspannen. 

Einer der grösseren ist mit 10 Hektaren der Tao Đàn Park. Ursprünglich gehörte er zum Palast des Französischen Generalgouverneurs. Nach 1975 wurde er wie alle Parks mit Bänken, Kinderspielplätzen und Fitnessgeräten für Erwachsene ausgestattet. 

In Pavillons machen Schüler ihre Hausaufgaben oder Männer spielen Cờ Tướng, ein Brettspiel. 




Neben einem Skulpturengarten steht eine Büste von Mahatma Gandhi. 

An eine Vietnamesische Minderheit erinnert dieser verkleinerte Cham-Turm...


...und an die Hùng-Könige (7.-2. Jh. v. Chr.) ein kleiner Tempel. 

Im Jahr des Pferdes ist natürlich auch ein solches präsent.

Nebst Eichhörnchen leben hier auch Streifenhörnchen.



Donnerstag, 5. März 2026

Kleine Militärmuseen


Nebst den gängigen Militärmuseen im Stadtzentrum gibt es zwei kleinere in der Nähe des Flughafens: das Southeastern Armed Forces Museum und das Air Force Museum. Für beide trifft das gleiche zu: Ich war der einzige Besucher, immerhin, der Eintritt ist frei, und eher widerwillig wurde für mich jeweils das Licht eingeschaltet. 

Die Exponate sind ohne roten Faden zusammengewürfelt, nicht gepflegt und nur minimal beschriftet. 

In beiden Museen gibt es auch ein paar Uebermittlungsgeräte: Chinesische und Amerikanische durcheinander. Ich kann sie zum Glück selber identifizieren. 



Neben dem Widerstand gegen die Franzosen und die Amerikaner werden auch Aktionen nach 1975 beleuchtet: den Kampf gegen das Kambodschanische Pol Pot Regime und, was ich doch noch dazugelernt habe, gegen die FULRO, eine Widerstandsorganisation der indigenen Völker Vietnams. Zwei gfürchige Kampfhelikopter (MI-8 und MI-24) sind dazu ausgestellt. 



Im Strassendreieck zwischen den Museen ist ein grosser Park mit einer - ebenfalls unbeschrifteten - Skulptur. Sie ist dem ASEAN Staatenbund gewidmet. 


Dienstag, 3. März 2026

Mondfinsternis

Diesmal habe ich mehr Glück beim Fotografieren. Das Samsung 100-fach Zoom ist doch noch erstaunlich. 





Montag, 23. Februar 2026

Feines vom Freistaat

Bekanntlich gönne ich mir einmal im Monat ein Nichtvietnamesisches Essen. Für einmal ist es nicht Schweizerisch, sondern Bayrisch:
Weisswürste mit süssem Senf, Kartoffelsalat und Brezn.

In Saigon gibt es Andi, einen Deutschen Metzger, der ausgezeichnete Wurstwaren verkauft. Vietnamesisch schreibt er sich Ăn đi, ein Spruch, den immer wieder höre: übersetzt "iss!". Er liefert auch St. Galler Bratwurst. Die habe ich letzten Monat mit Zwiebelsauce und Rösti gemacht.

Die Proportionen stimmen nicht ganz, aber der Geschmack ist absolut authentisch.

Samstag, 21. Februar 2026

Im Jahr des Pferdes

Am Dienstag war Tết. Die ganze Woche ist der Nguyễn Huệ Boulevard ein Blumen- (und Menschen-) Meer im Zeichen des Jahres des Pferdes. 



Und zu Füssen von Onkel Hồ wird Folklore aufgeführt. 



Freitag, 20. Februar 2026

Das Schlauchhaus (Architektur Teil 6)

Nach all den Stilstudien muss ich jetzt mal auf die Grundprinzipien des Vietnamesischen Bauens eingehen: Das Vietnamesische Schlauchhaus (nhà ống). 

Warum sind die meisten Häuser schlauchförmig, d.h. sehr schmal, dafür sehr tief? Die meisten haben eine Breite von 3 bis 5 Metern (es gibt sogar 1.2 m schmale). In der Tiefe sind sie aber 10 bis 20 m lang. Der Grund dafür ist, dass ursprünglich Steuern nach der Breite der Front erhoben wurden. In den 50er Jahren wurde das Land neu aufgeteilt, die Parzellenformen jedoch sind geblieben. 
(Ausschnitt © WebGIS TP.HCM)

Damit kommt man bis heute gut zurecht, denn es ist auch für die Wärmeregulierung optimal: Front und Rückseite mit Fenstern und Türen haben eine kleine Fläche, die fensterlosen Seitenwände isolieren. 
(Illustration © KIẾN TRÚC VIỆT NAM)

Die Räume sind generell hoch, meist 3 m oder mehr, manchmal auch gleich 5 m mit partiellem Zwischengeschoss. Das gibt Luft. Diese zirkuliert längs ("Durchzug"), vor allem aber durch das Treppenhaus nach oben, so auch in unserem Haus. 


Der Bau ist immer gleich: Stockwerk für Stockwerk werden zuerst die "Beine" aus armiertem Beton gegossen. 

Dazwischen werden dann die Seitenwände aufgemauert.

Darauf kommt ein Deckel aus Beton und es geht weiter mit der nächsten Etage oder der Dachterrasse. Am Schluss wird oft an die Front eine frei gestaltete Fassade angehängt. Einen Garten lassen die Platzverhältnisse meistens nicht zu. Dafür haben viele Häuser Dachterrassen, die dann mehr oder weniger üppig bepflanzt werden. 


Mittwoch, 18. Februar 2026

Und wenn mal nicht modernistisch? (Architektur Teil 5)

Wer heute etwas auf sich gibt, baut nicht mehr modernistisch, sondern barock. Oder ist es Rokoko, Renaissance oder Klassizismus? Egal, Hauptsache soviel Prunk und Schnörkel wie möglich:





Für die Spa-Firma Angel Beauty heisst das: alles in Gold!


(Letztes Bild © Angel Beauty)

Montag, 16. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 4




Nicht nur öffentliche Bauten sind im modernistischen bis brutalistischen Stil. Man sagt, dass rund 60% aller privaten Wohnhäuser in Ho-Chi-Minh-Stadt mindestens einige Desingelemente davon aufweisen. Man muss nicht suchen, sondern nur die Augen öffnen. 




Nicht zuletzt gehört auch unser Haus dazu:


Die Bauvorschriften regeln nur Grundriss und Anzahl Stockwerke. Für Stil und Farbe hat man freien Lauf. 



Bezüglich Farbe macht es der Staat vor: Kindergärten und Primarschulhäuser sind oft sehr bunt: