Montag, 16. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 4




Nicht nur öffentliche Bauten sind im modernistischen bis brutalistischen Stil. Man sagt, dass rund 60% aller privaten Wohnhäuser in Ho-Chi-Minh-Stadt mindestens einige Desingelemente davon aufweisen. Man muss nicht suchen, sondern nur die Augen öffnen. 




Nicht zuletzt gehört auch unser Haus dazu:


Die Bauvorschriften regeln nur Grundriss und Anzahl Stockwerke. Für Stil und Farbe hat man freien Lauf. 



Bezüglich Farbe macht es der Staat vor: Kindergärten und Primarschulhäuser sind oft sehr bunt:



Samstag, 14. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 3

Modernismus und Brutalismus widerspiegeln sich auch in Monumenten. Ein soeben frisch renoviertes Beispiel ist der Schildkrötensee.


Heute ein Verkehrskreisel, hat er eine lange Geschichte: Im 18. Jahrhundert war hier ein Tor der 8-eckigen Zitadelle. Daran soll heute noch der 8-eckige Grundriss erinnern. 

(Bild: © Saigoneer)

Später stand hier der erste Wasserturm der Stadt. 1927 wurde an dessen Stelle ein Obelisk mit Broncestatuen errichtet. 1964 wurden diese durch rebellierende Studenten niedergerissen. 

(Bild: © Saigoneer)

1968 wurde der Schildkrötensee als Platz der alliierten Hilfe gebaut, mit der markanten modernistischen Lotusblume, die jedoch eigentlich 4 Hände symbolisiert. Daneben die Plattform und eine Stele für die 4 Alliierten von Südvietnam mit einer broncenen Schildkröte. 

(Bild: © Saigoneer)

Diese wie auch der Blütenstempel wurden 1976 "von Unbekannten" entfernt, die Erinnerung an die Republik Vietnam passte dem neuen Regime nicht.


Die aktuelle Renovation brachte viel Kritik ein, weil die Blüte gelb und die Treppe grün gestrichen wurden. Ihr Schöpfer hatte alles bewusst in Sichtbeton gehalten. Die Treppe wurde immerhin gleich wieder grau übermalt. Der ebenfalls kritisierte Blumenschmuck ist wohl auch nur temporär (bald ist Tết).


In einem anderen Kreisel steht dieses Denkmal, ganz im Stil des sozialistischen Brutalismus:



Freitag, 13. Februar 2026

Eine Träne für die Covid-Opfer

+++ breaking news +++
Mein Lieblings-Lost-Place (siehe Post vom 12.07.2024) wurde in nur 90 Tagen in einen wunderschönen Park umgestaltet, zum Gedenken an die 23'000 Menschen, die in Saigon an Covid-19 gestorben sind. Gestern Abend wurde die Anlage feierlich eröffnet.
Im Zentrum liegt ein rundes Wasserspiel mit einer spiegelnden Träne, darin eingelassen ein Herz. 


Am Eingang vom Kreisel her steht zunächst eine Gedenktafel mit einer Narbe.

Daneben einige Bilder über die Tragödie im Covid-Jahr 2021.

Doch was ist aus den sieben verlassenen Villen geworden? Drei davon wurden trotz Protesten abgerissen, ihr baulicher Zustand sei angeblich allzu schlecht gewesen. Auch einige alte Bäume mussten weichen. Die übrigen 4 Gebäude wurden jedoch einheitlich hübsch renoviert. Sie werden später für Ausstellungen und anderes genutzt. Schon jetzt enthalten sie luxuriöse (klimatisierte!) öffentliche Toiletten.




Dazwischen wurde mit Pavillons und üppiger Bepflanzung aufgefüllt.


Die abgerissenen Villen werden wohl bald vergessen sein, denn die Anlage wurde geschickt zu einem Ganzen zusammengefügt.

Das Ganze wurde pünktlich auf den Beginn des Jahres des Pferdes eröffnet. 

Nachts ist der Park übrigens beleuchtet, das Wasserspiel wird auch zur Light Show. Videos dazu auf YouTube:

Donnerstag, 12. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 2

Zur architektonischen Moderne gehört immer auch Funktionalität. Im tropischen Klima von Saigon heisst das in erster Linie "wie halten wir die Hitze fern vom Gebäudeinneren?"

Eine gute Antwort liefert die medizinisch-pharmazeutische Universität. Auf den ersten Blick sind die Bauten nichts Besonderes, doch dahinter verbirgt sich ein geniales System der Wärmeregulierung:

Die meisten Gebäude auf dem Campus haben gar keine Aussenmauern. Die Räume sind allseitig von gedeckten Laubengängen umgeben.

Die meisten davon sind durch hunderte von gleichen Fertigelementen abgedeckt, welche dann eine Fassade bilden. Sie lassen die Luft zirkulieren, halten aber die Sonnenstrahlung fern. 

Verbindungen zwischen den Gebäuden sowie Treppenhäuser und Vorräume sind gedeckt aber allseitig offen.



Dazwischen gibt es auch Bäume und Wasserteiche, die zusätzlich kühlen. 

Gleich daneben ist die Hochschule für Sport in einem ganz anderen modernistischen Stil.



Mittwoch, 11. Februar 2026

Staatsbürgerpflichten

Endlich hat's einmal geklappt:

Ich habe die Abstimmungsunterlagen aus der Schweiz erhalten. Sollte gerade noch reichen für die Rücksendung. Tut mir leid für die SRG.

Dienstag, 10. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 1


Spätestens seit den 60er Jahren zeigt sich der Aufbruch in Saigon in der allgegenwärtigen Architektur der Moderne. Die Baustile können nicht klar abgegrenzt werden, haben aber eines gemeinsam: Die Architekten lieben es, die kreativen Möglichkeiten mit dem Baustoff Beton (Vietnamesisch bê tông) auszuschöpfen. Zwei Beispiele liegen gleich nebeneinander an der Kreuzung Dien-Bien-Phu/CMT8:


Das Thorakao-Haus ist klar ein Vertreter des Brutalismus, ist aber aufgelockert mit einer geschickten Bepflanzung. 


Futuristisch und eher zu einem Flughafen passend ist hingegen ausgerechnet der Sitz des Frauenmagazins der kommunistischen Partei. 


Die Kommunisten lieben aber doch eher den bunkerartigen Brutalismus wie diesen Rundbau, ein Ausbildungszentrum der Partei.


Andere Verwaltungsgebäude sind eher schlicht, aber trotzdem modernistisch gestylt. Wie auch dieses Sekundarschulhaus:




Sonntag, 8. Februar 2026

Von Herzen mit Zunge

Diesmal im Quán Bia Hơi:
Knusprig gebratene Entenzunge mit Fischsauce,
Schweinsherz auf gebratenen Nudeln und Kohlrabisalat mit Crevettenchips 

Samstag, 7. Februar 2026

Zeitrisse



Der Schweizer Kult-Podcaster Don Guelle hat mich eingeladen, einen Gastbeitrag zum Thema Cochinchina aufzunehmen. Hier ist er, eingebettet in eine quirlige Liebesgeschichte, zu finden (ab Minute  15:30): Zeitrisse - Jacqueline

Weitere Zeitrisse von Don Guelle gibt es hier oder auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube etc. Einfach nach "Zeitrisse" suchen. 

Samstag, 31. Januar 2026

Neues von Vinfast

(Bild: © Vinfast)

Vinfast lanciert einen elektrischen Minivan auf der Basis des VF-3, der genau die Bedürfnisse der vielen Handwerker, Händler und Shipper (Kurierdienste) trifft. Auf den Strassen bereits gesichtet habe ich türkisfarbene Exemplare von XANH SM, dem Taxiunternehmen der Vingroup. Man kann Lieferungen damit mit der gleichen App buchen wie die Töfftaxis.
(Screenshot XANH SM)

Auch die Tuningbranche ist weiterhin kreativ: Den VF-3 gibt es jetzt im Rolls Royce Look

(Bild: Facebook)

...und als Pick-Up
(Bild: Facebook)