Sonntag, 19. Juli 2026

Reiseleitung Tag 2


Statt einer mühsamen Stadtrundfahrt nehmen wir ein Taxi zum Wiedervereinigungspalast. Hier war ich letztmals vor 15 Jahren. 



Einiges wurde inzwischen etwas aufgefrischt. Im Luftschutzkeller wurden die Exponate auf mehr Räume verteilt,

jedoch sind die Kommunikationsgeräte noch immer schlecht kuratiert, nichts ist angeschrieben. Ich müsste ihnen vielleicht mal unter die Arme greifen. 


Den Rest unserer Tour bewältigen wir zu Fuss, zunächst ins Kriegsrestemuseum. 


Hier sind einerseits Fluggeräte und Waffen ausgestellt, andererseits unzählige Fotos, vor allem von den Kriegsverbrechen der Amerikaner. 



Weiter klappern wir die architektonischen Highlights ab: Notre Dame Kirche, 



das koloniale Postamt, das immer mehr zum Souvenirladen verkommt,


das Rathaus mit Ho Chi Minh 


und die Oper. 

Nach einer verdienten Ruhepause geht es dann zum Nachtessen und in die Partymeile Bùi Viện. 


Samstag, 18. Juli 2026

Reiseleitung Tag 1

Einem Freund aus der Schweiz durfte ich während 2½ Tagen die Stadt zeigen. 


Zunächst gönnen wir uns ein Welcome Beer in der Rooftop Bar des ehrwürdigen Hotels Majestic mit hübscher Aussicht auf den Saigon River. 


Zur Stärkung ist das Vietnamesische Nationalgericht Phở Pflichtprogramm, hier in der Variante mit Wagyu Beef. 


Zum Ausklang fahren wir auf die andere Seite des Flusses, um die Skyline zu sehen. 


Dienstag, 14. Juli 2026

Ab- und zunehmen

Während in Europa das Geschäft mit der Abnehmspritze blüht, wünscht sich so manch ein Vietnamesischer Spränzel mehr Gewicht. 

Entsprechend gross werden hier Mittel zur Gewichtszunahme beworben. Ich brauche sie definitiv nicht. 

Freitag, 3. Juli 2026

Endstation Saigon

Die Bahnhöfe von Saigon haben eine turbulente Geschichte: Der erste (1885-1914) war am heutigen Hàm Nghi Boulevard direkt am Saigon River. Der zweite (1915-1967) war dort, wo heute der Park bei der Metro-Station Bến Thành ist. Schon in den 30er Jahren wurde seine Verlegung geplant, aber die Kriegswirren hat sie immer wieder verzögert. Der dritte und aktuelle Bahnhof ist noch weiter entfernt vom Stadtzentrum im District 3. 

Nach seiner Fertigstellung ist hier 1976 die ausgestellte Dampflokomotive (Baujahr 1964) mit dem ersten Zug aus Hanoi eingetroffen. 

Der Bahnhof Saigon ist für eine 10-Millionenstadt wirklich sehr, sehr klein, und man fühlt sich in eine längst vergangene Zeit versetzt. 

Für die Zukunft träumt die Regierung von Hochgeschwindigkeitszügen auf Normalspur (bis heute sind alle Linien in Meterspur!). Bereits beschlossen ist, dass der nächste, also vierte Bahnhof noch viel weiter, in Bình Dương sein wird. 

Alle erwähnten Bahnhöfe haben eines gemeinsam: sie sind und waren die Endstationen aller Bahnlinien. 

Sonntag, 21. Juni 2026

Paradiesische Flora (Teil 4: Lotus)


Wo stehendes Wasser ist, gibt es auch Lotus. Besonders in Vietnam ist diese Wasserpflanze seit jeher von kultureller Bedeutung. Weil ihre Blätter (im Gegensatz zur nicht verwandten Seerose) wasser- und schmutzabweisend sind, symbolisiert sie u.a. Reinheit.

Beliebt ist die Lotusblume auch in Firmenlogos, so z.B. bei Vietnam Airlines. 

Und nicht zuletzt ist der Bitexco Tower von einer Lotusknospe inspiriert.


Montag, 15. Juni 2026

Paradiesische Flora (Teil 3: Helikopter)


Dies ist nicht etwa ein Knallkörper, sondern die Frucht des Zweiflügelfruchtbaums (Dipterocarpus alatus). Dieser steht auf der roten Liste der sehr gefährdeten Arten, obwohl es in Saigon viele Alleen mit diesen Bäumen gibt. 

Seine Früchte enthalten eine Nuss und 5 Blätter, davon zwei gut 12 cm lange.

Wenn sich die Frucht vom Baum löst, wirken die zwei langen Blätter wie ein Helikopter-Rotor und tragen die Frucht weit weg. Dies macht sie auch zum ältesten Spielzeug von Vietnam: Die Kinder werfen sie in die Luft und schauen, wessen Flugobjekt am weitesten kommt. 

Montag, 8. Juni 2026

Frischestes Gemüse

Ich gehe nicht auf den Markt, der Markt kommt zu mir. (frei nach Chuck Norris)

Blick vom Balkon aus 

Donnerstag, 4. Juni 2026

Paradiesische Flora (Teil 2: Zuckerpalme)


Orassus Flabellifer ist zwar die gewöhnlichste Palme überhaupt. Doch diese zwei Gesellen finde ich schon lustig.  Sie stehen alleine auf weiter Flur von Reisfeldern und scheinen ihr Territorium zu überwachen. 

Dienstag, 2. Juni 2026

Bombenpark

Ich dachte immer, dieser Park in unserer Nähe sei geschlossen. Übersetzt man jedoch die Aushänge, ist nur der modernistische Haupteingang aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es gibt einen offenen Hintereingang, also nichts wie rein. 

Der massive Sockel in der Mitte des Parks sieht aus wie ein Bunker - und das war er auch: Die Franzosen hatten hier ihr grösstes Munitionsdepot mit über 10'000 Tonnen Bomben.
Die Dimensionen muss man sich so vorstellen, dass zusammen mit diesem letzten erhaltenen Bunker 7×8, also 56 des gleichen Typs aufgereiht waren.
Das Monument, das im Jahr 2000 darauf gebaut wurde, soll an die Helden erinnern, die das Lager 1954 im Anschluss an die Schlacht um Điện Biên Phủ vernichtet haben.

Der heutige Park darum herum ist jedoch friedlich und schön bewachsen.


Montag, 1. Juni 2026

Papppolizist

Zwecks besserer Verkehrsdisziplin wurde an einer Kreuzung in HCMC dieser zweidimensionale (fast) lebensgrosse Polizist installiert. 


Man beachte, wie seine Füsse einbetoniert sind. Der junge Losverkäufer fühlt sich offenbar wohl unter dem Schutz des stummen Beamten.

Sonntag, 31. Mai 2026

Paradiesische Flora (Teil 1: Kanonenkugeln


Im Tempelgarten, durch den ich öfters gehe, gibt es wunderschöne Pflanzen. Das hier ist ein Blütenstand des Kanonenkugelbaums (Couroupita guianensis). 

Die Blütenstände und später die Früchte entspringen direkt dem Stamm unterhalb des immergrünen Laubkopfes. 

Werden die zwittrigen Blüten bestäubt, wachsen die kugelrunden, bis über 20 cm grossen Früchte, die dem Baum den Namen geben. Mehr dazu in Wikipedia

Donnerstag, 28. Mai 2026

Was es gibt - und was nicht (Teil 4: Backwaren)

Klar, Schweizer Gipfeli, Weggli und Bürli gibt es nicht. Einerseits haben wir gleich um die Ecke eine Bánh Mì Bäckerei. 
Hier kaufen vor allem Händler korbweise die klassischen Brötchen (9 Rappen pro Stück), aus denen sie dann die weltbesten Sandwiches machen. Ausserdem werden hier nur noch die grössere Version (etwa 300 g zu 18 Rappen) sowie Baguettes gebacken. 

Andererseits ist an der Hauptstrasse vorne neu eine Bäckerei, die wunderbare Croissants hat. Neben dem Klassiker zu 45 Rappen gibt es auch solche mit Käse, Schokolade oder Salz-Eiern. Oder dann belegt mit Crème und Erdbeeren, Trauben oder Oreos.
Zudem werden hier Geburtstagstorten und viele andere leckere Backwaren angeboten. Aber Vorsicht: mehr als die Hälfte davon sind nicht süss, sondern salzig! (Man beachte den «Rindfleisch-Humberger»)



Mittwoch, 27. Mai 2026

Biergenuss aus Stil-Ikone


Das unscheinbare Bierglas, aus dem ich jeweils mein Bia Hơi geniesse, ist in Wahrheit ein Meisterwerk des Designs! Vor 52 Jahren waren die Ressourcen in Hanoi knapp und das heute billigste Bier der Welt teuer. Es wurde bis dahin in alle möglichen Gefässe gezapft, was man halt gerade hatte. Die Brauerei gab deshalb dem Künstler Lê Huy Văn, der in Deutschland Industriedesign studiert hatte, den Auftrag, ein einheitliches Bierglas zu entwerfen. Es sollte billig und robust sein und den Biergenuss fördern. 

Ohne hohe Erwartungen brauchte der Designer etwa eine Stunde für die Zeichnungen, und die Gläser gingen in Produktion.

Er dachte, nach ein paar Jahren würde das Design ersetzt. Tatsächlich versuchte die Brauerei mehrmals, moderne Gläser einzuführen - ohne jeden Erfolg. Die Konsumenten wollen den mittlerweile traditionellen Becher von Lê Huy Văn. Bis heute wird er von Hand aus 100% Recyclingglas hergestellt. 

Deshalb ist auch kein Glas exakt wie das andere. Einige haben mehr, andere weniger Luftbläschen, einige haben kleine Beulen oder stehen schief.