Ausser dieses versteckte Rössli am Eingang des Ho Chi Minh Sport Centers, 1 km von zuhause, erinnert kaum noch etwas daran, dass Saigon einst ein Mekka des Pferdesports war.
Auf Google Earth sieht man jedoch noch sehr gut die alte Rennbahn: 1932 bauten die Franzosen auf dem 444'540 m² grossen Gelände eine 3 km lange Pferderennbahn (gelb nachgezeichnet) mit Tribünen- und Jockey-Gebäude (rot). Im Krieg diente die Anlage als Militär- und Flüchtlingscamp, 1975 wurde sie durch die Nordvietnamesen geschlossen. 1989, nach einer Renovation durch chinesische Investoren fanden dann wieder Rennen statt, auf dem verkürzten heute noch sichtbaren Oval. Es werden auch Töff-, Hunde- und Wasserbüffelkarren-Rennen erwähnt. Hauptsache, es kann gewettet werden.
Der langgezogene Gebäudekomplex steht noch, ist aber überall abgesperrt. Ich wage mich auf das Gelände. "Hey! Hello!" und "no pictures!" Zurufe von Securities ignoriere ich einfach.
Die Bauten sind in desolatem Zustand. 2011 war das endgültige Aus. Bis heute wird das Gelände für verschiedenste Sportarten genutzt. Die Pachtverträge wurden jedoch alle gekündigt. Ein Millionenprojekt mit 5 Entlastungsstrassen quer durch das Gelände und ein Freizeit- und Erholungsgebiet wird den Pferdesport endgültig in Vergessenheit drängen. Die Bauarbeiten haben dieses Jahr bereits begonnen.
(S/W-Bild: ©Saigoneer)
Oben: Hier wurden einst Jockeys und Wettquoten angezeigt.
(S/W-Bild: © Saigoneer)
Tribüne für wohlhabende Zuschauer heute und damals
(Bild: © Lương Định Văn)
Hinter einem heutigen Fussballplatz versteckt steht noch dieses Monument:
Unter dem Pflanzenmantel steht "SAIGON RACING CLUB"
Und so soll die Zukunft aussehen:
(Bild: ©24h.com.vn)