Samstag, 21. Februar 2026

Im Jahr des Pferdes

Am Dienstag war Tết. Die ganze Woche ist der Nguyễn Huệ Boulevard ein Blumen- (und Menschen-) Meer im Zeichen des Jahres des Pferdes. 



Und zu Füssen von Onkel Hồ wird Folklore aufgeführt. 



Freitag, 20. Februar 2026

Das Schlauchhaus (Architektur Teil 6)

Nach all den Stilstudien muss ich jetzt mal auf die Grundprinzipien des Vietnamesischen Bauens eingehen: Das Vietnamesische Schlauchhaus (nhà ống). 

Warum sind die meisten Häuser schlauchförmig, d.h. sehr schmal, dafür sehr tief? Die meisten haben eine Breite von 3 bis 5 Metern (es gibt sogar 1.2 m schmale). In der Tiefe sind sie aber 10 bis 20 m lang. Der Grund dafür ist, dass ursprünglich Steuern nach der Breite der Front erhoben wurden. In den 50er Jahren wurde das Land neu aufgeteilt, die Parzellenformen jedoch sind geblieben. 
(Ausschnitt © WebGIS TP.HCM)

Damit kommt man bis heute gut zurecht, denn es ist auch für die Wärmeregulierung optimal: Front und Rückseite mit Fenstern und Türen haben eine kleine Fläche, die fensterlosen Seitenwände isolieren. 
(Illustration © KIẾN TRÚC VIỆT NAM)

Die Räume sind generell hoch, meist 3 m oder mehr, manchmal auch gleich 5 m mit partiellem Zwischengeschoss. Das gibt Luft. Diese zirkuliert längs ("Durchzug"), vor allem aber durch das Treppenhaus nach oben, so auch in unserem Haus. 


Der Bau ist immer gleich: Stockwerk für Stockwerk werden zuerst die "Beine" aus armiertem Beton gegossen. 

Dazwischen werden dann die Seitenwände aufgemauert.

Darauf kommt ein Deckel aus Beton und es geht weiter mit der nächsten Etage oder der Dachterrasse. Am Schluss wird oft an die Front eine frei gestaltete Fassade angehängt. Einen Garten lassen die Platzverhältnisse meistens nicht zu. Dafür haben viele Häuser Dachterrassen, die dann mehr oder weniger üppig bepflanzt werden. 


Mittwoch, 18. Februar 2026

Und wenn mal nicht modernistisch? (Architektur Teil 5)

Wer heute etwas auf sich gibt, baut nicht mehr modernistisch, sondern barock. Oder ist es Rokoko, Renaissance oder Klassizismus? Egal, Hauptsache soviel Prunk und Schnörkel wie möglich:





Für die Spa-Firma Angel Beauty heisst das: alles in Gold!


(Letztes Bild © Angel Beauty)

Montag, 16. Februar 2026

Modernistische Architektur, Teil 4




Nicht nur öffentliche Bauten sind im modernistischen bis brutalistischen Stil. Man sagt, dass rund 60% aller privaten Wohnhäuser in Ho-Chi-Minh-Stadt mindestens einige Desingelemente davon aufweisen. Man muss nicht suchen, sondern nur die Augen öffnen. 




Nicht zuletzt gehört auch unser Haus dazu:


Die Bauvorschriften regeln nur Grundriss und Anzahl Stockwerke. Für Stil und Farbe hat man freien Lauf. 



Bezüglich Farbe macht es der Staat vor: Kindergärten und Primarschulhäuser sind oft sehr bunt: