Dies ist kein Tramdepot der VBZ,
sondern eine Mautstelle auf einer Autobahn in Vietnam.
Unterhaltsames über Reisen und Leben in Vietnam von Thomas Lüscher, Schweiz/Vietnam
Schon seit Wochen sind die Vorbereitungen für den Feiertag am 30. April im Gang. Die Posts dazu werden ab sofort mit [30/4] gekennzeichnet. An der Flusspromenade sind bereits die 15 Kanonen für die Salutschüsse aufgestellt.
Es ist auch eine einmalige Gelegenheit, Soldaten zu fotografieren, denn dies ist normalerweise verboten.
Die Knarre ist übrigens eine STV-022, in Vietnam in Lizenz der Israelischen Waffenindustrie hergestellt und 2022 eingeführt. Der Träger ist Füsl-Korporal.
Täglich wird an den Kanonen geübt und der rote Teppich millimetergenau ausgerichtet. Und offenbar wurden die Angehörigen der Armee auch in Singen und Klatschen ausgebildet.
Folgendes Beispiel zeigt, wie wichtig in der Vietnamesischen Sprache Klassifikatoren und Attribute sind: Ich gehe in den Quartierladen und verlangte "bơ" (von franz. beurre, also Butter). Prompt zeigt mir die Verkäuferin, wo die Avocados (trái bơ = Butterfrucht) sind. Ich korrigiere mich und sage bơ sữa (Milchbutter). Das ist zwar richtig, aber die Verkäuferin bietet mir Margarine mit Buttergeschmack an. Echte Butter ist hier noch immer eher ein exotisches Luxusprodukt und in kleineren Läden nicht erhältlich. Im Supermarkt hingegen gibt es Butter aus Neuseeland, Frankreich und England, je gesalzen und ungesalzen. Vietnamesische gibt es nur in 100g ungesalzen. Wenigstens weiss ich jetzt, was Avocado heisst.
Wir sind kurzfristig zu einem Geburtstagsdrink eingeladen. Es geht in einen "Beer Club".
Für die Pauschale von CHF 13.- gibt es hier Bier und, weil in Vietnam Biertrinken ohne Essen nicht denkbar ist, ein Buffet, wie auch das Bier: à discretion.
In der Mitte des Raumes, auf einer Drehbühne, legt eine DJane Techno auf, der eine Konversation fast verunmöglicht.
Das Personal ist extrem aufmerksam: Hat man ein halbvolles Glas vor sich, wird sofort Nachschub geliefert. Schaut das Bier abgestanden aus, wird umgehend Eis reingegeben. Und wenn man eine Zigarette hervorkramt, kommt einer herangerannt, um sie mit einem Sturmfeuerzeug anzuzünden. Selbst in der Toilette wird man freundlich eingewiesen und erhält anschliessend persönlich ein Papierhandtuch angeboten.
Auf dem Laufsteg wechseln sich Tänzerinnen und Tänzer ab, die für ein Trinkgeld gerne für ein Foto posieren.Habt ihr gewusst, dass Mc Donalds nicht mehr die grösste Fast Food Kette der Welt ist? Es ist auch nicht Starbucks oder KFC, sondern Mixue, ein Anbieter von Soft Ice und Bubble Tea.
Auch an unserer Strasse sind bereits zwei Filialen. In Europa ist die Kette noch gänzlich unbekannt. Kein Wunder, 90% der Läden sind in China. Erst 1997 gegründet, haben sie inzwischen 46'000 Filialen.Der Seafood am zweiten Abend war ehrlich gesagt von nicht besonders guter Qualität. Die Uebung Languste muss deshalb wiederholt werden. Wir haben am Tag den grossen Fischerhafen von Mũi Né inspiziert und beschlossen, am Abend hier zu speisen.
Mũi Né bietet neben Wassersport (den wir lieber sein lassen) auch eine spezielle Natur wie den "Red Canyon":
Und übrigens, wer umsverecken ein Käsefondue will, erhält es im Swiss House Mũi Né.
Trotz Hochsaison sind nur wenige Touristen hier. Wie auch Nha Trang war die Region Mũi Né sehr beliebt bei russischen Urlaubern. Doch jetzt schaffen es nur sehr wenige hierhin. Was geblieben ist, sind auffallend viele "Russen-Jeeps" UAZ-469 (russisch УАЗ-469) bzw. Nachfolgemodell "Hunter" auf den Strassen. Sie eignen sich besonders gut für Geländefahrten auf Sand und werden gerne für Tours angeboten.
Wir sind extra um 6 Uhr aufgestanden, um zu sehen, wie die Fischer ihren Fang an Land bringen. Doch die Ausbeute ist dieser Tage minim. Am Strand kein einziger Tourist, dafür sehen wir, wann die Einheimischen schwimmen gehen: das in Vietnam beliebte Morgenturnen.
Unbeschreiblich ist der Duft in der Gewürzabteilung.
Am Abend endlich Seafood und lokales Craft Beer am Strand
Diesmal fahren wir eine Stunde länger Bus und nehmen uns den Küstenabschnitt Phan Thiet - Mũi Né vor.
Es gibt hier viele Resorts, wir begnügen uns mit einem einfachen Strand-Homestay für CHF 18.- pro Nacht. Hier ist man eher als in Vũng Tàu auf ausländische Touristen eingestellt. Da wir die Seafood-Angebote zuerst rekognoszieren müssen, entschiede ich mich für ein westliches Nachtessen: Oktopus-Salat (5.20) und Australisches Rindssteak (8.50), durchaus professionell zubereitet.