Samstag, 13. Dezember 2025

Es geht auch Deutsch

Ich habe Lust auf Schnipo.

Da es zur Zeit keine Schweizer Beiz gibt in HCMC, finde ich es im Deutschen "Parkhaus". Neben der grossen Wurstplatte, Haxn und Königsberger Klopse gibt es hier auch Wiener Schnitzel. Und weil dazu original Kartoffelsalat gehört, bestelle ich separat auch Pommes. Dazu ein Münchner Hofbräu frisch gezapft. Sehr gut und authentisch. 10 Franken für ein Abendessen (ohne Getränk) sind jedoch für Vietnamesische Verhältnisse schon eher teuer. 

Montag, 8. Dezember 2025

Eine Stunde Kambodscha


Diesmal ist es kein Stadtteil von Ho Chi Minh City: Um meine Visabefreiung zu erfüllen, muss ich Vietnam alle 180 Tage verlassen. Die günstigste Möglichkeit dazu ist der Border Run nach Kambodscha. 


Im Morgengrauen, wenn die Leute am Morgenturnen sind und einige in der Partymeile das letzte Bier trinken, nehme ich einen Bus nach Mộc Bài, wo er direkt am Grenzposten anhält. Das Prozedere ist einfach, da ich keine Visa benötige (das für Kambodscha konnte ich online lösen): 

Im Vietnamesischen Gebäude ausstempeln, dann 200 m zu Fuss zum Kambodschanischen Gebäude (erstes Bild), dort einstempeln. Jetzt könnte ich einen Monat in Kambodscha verbringen. Viel zu sehen gibt es hier in Bavet nicht. Einige Fress-Stände, einige Spielkasinos und Dutyfreeläden. Alle sind scharf auf US Dollars. Ich belasse es bei einer Stunde. 





Dann geht die Prozedur weiter: in Kambodscha aus- und in Vietnam einstempeln.

Fertig. Ich bin wieder für ein halbes Jahr legal in Vietnam.

Freitag, 5. Dezember 2025

Protein-Frikadellen

Ein weiteres Kapitel zum Thema "bizarre food": Heute geniesse ich in der Bierhalle diese Delikatesse: 

Eine Art Hacktätschli. An Stelle von Rindfleisch wird es aus Sandwürmern (Tylorrhynchus Heterochetus) hergestellt. Nachdem im heissen Wasser die Tentakeln entfernt wurden, sehen sie so aus:

(Bild: Wikipedia)

Die Würmer werden vermischt mit Ei, Zwiebeln, Mandarinenschalen und Gewürzen. Das gebratene Endprodukt ist wirklich  äusserst lecker. Ich werde es definitiv wieder bestellen. 


Ebenfalls eine Spezialität aus Nordvietnam ist der zweite Gang: ohne Fett knusprig gebratene Schweinebacken mit eingelegten Gurken.



Und als Beilage statt langweiligen Pommes: frittierte Süsskartöffelchen.



Alles in allem, zusammen mit dem süffigen Frischbier, ein absolut ausgezeichnetes Abendessen.


Montag, 17. November 2025

Medizinhistorisches Museum

In Vietnam kann man überall aus traditionell Vietnamesischen, Chinesischen (TCM) und westlichen Apotheken auswählen. Schon früh haben sich Vietnam und China ausgetauscht und gehandelt. Deshalb hat ihre Medizin gewisse Gemeinsamkeiten. Und doch bleiben es bis heute zwei eigenständige Fachrichtungen, und jede will die bessere sein.


Über die traditionelle Vietnamesische Medizin gibt es im District 10 ein interessantes Museum in einem verwinkelten alten Haus. 

Im Gegensatz zu den staatlichen Museen ist es mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. 


Auf 5 Etagen werden die (philosophischen) Ursprünge, historische Apotheken, ihre Gerätschaften und Gefässe sowie unzählige Bilder und Systematiken der Heilpflanzen und -Pilze gezeigt. 




Ein weiteres verstecktes Schmuckstück Vietnamesischer Kultur.




Samstag, 8. November 2025

Die Spatzen haben ausgezwitschert

...oder "der Sang ist verschollen": Als Neuheit gibt es in meiner Lieblings-Bierhalle knusprig frittierte Vögeli. 

Sie werden in Kumquat-Chilli-Pfeffer-Salz gedippt und passen mit Salat und Krabbenchips ausgezeichnet zum Bier.

Freitag, 31. Oktober 2025

Grusel


Und schon ist wieder Halloween. Das heisst Hochbetrieb in der Partymeile Bùi Viện.



Die Kneipen und ihr Personal sind entsprechend dekoriert. 

Ein Tiger-Beer-Tiger ist auch unterwegs, bleibt aber über eine Stunde in der Menschenmenge stecken. 

Nach Monaten nur vietnamesisches Essen kann ich nicht widerstehen, wieder mal etwas westliches zu nehmen. 


Sonntag, 26. Oktober 2025

Quartier-Rundgänge

Um den Kreislauf anzukurbeln, gehe ich vermehrt spazieren. Das Quartier  scheint auf den ersten Blick langweilig, zumindest wenn man schon länger in Vietnam lebt. Doch auf diese Weise finde ich immer wieder spezielle Orte.


Grosse...


...und kleine Tempel und Kirchen,


andere interessante Architektur, 

oder einfach zauberhafte Orte zum Abschalten, 

wie auch dieses Café, das nur aus einem Baum besteht, aber gross mit WiFi wirbt.

So langweilig ist es also doch nicht.

Samstag, 25. Oktober 2025

Und was ist mit China?

Natürlich hat HCMC auch eine Chinatown: Cholon war einst eine separate Stadt angrenzend an Saigon und erstreckt sich heute über mehrere Distrikte der Grossstadt. Hier wohnen und handeln die Chinesen. Ein  kompaktes Zentrum mit schmucken Restaurants und Bars gibt es jedoch nicht. 



Am westlichen Rand von Cholon ist die grösste Markthalle der Stadt, der Chợ Bình Tây, mit 2'300 Ständen fast doppelt so gross wie der touristische Benh Thanh Markt. 




Wenn man die angrenzenden Strassen voller Marktstände mitzählt, ist er noch sehr viel grösser.




Ein Stand hat sogar einen berndeutschen Namen:




Sonntag, 19. Oktober 2025

Ausflug nach Japan

Gestern Abend ging es einmal etwas weiter weg, nämlich nach Japan. Nein, es ist nicht Kyoto, es liegt etwas näher.


Es ist Phố Nhật Sài Gòn, Little Tokyo oder Japan Town in Ho Chi Minh City. 



Auf rund 60'000 Quadratmetern reihen sich hier zig japanische Restaurants, Bars und Massagesalons um die engen Gässchen. 



Die japanische Küche hat weit mehr zu bieten als Sushi und Ramen. Allem voran das Wagyu Beef, hier im Set Menu mit Zunge, Darm, Sprossen, Kimchi und Suppe. Und natürlich eiskalt gezapftem Sapporo Bier. 


Neben Essen und Trinken werden auch andere Dienstleistungen angeboten. 



Japan Town ist im District 1 und bequem mit der U-Bahn erreichbar (Haltestelle Ba Son)