Samstag, 12. August 2023

Guten Morgen!

Zum Frühstück gibt es heute Krabbe (con cua, "normale Krabbe", roh blauschwarz). Unter dem Panzer hat sie eine schmackhafte dunkelrote Haut. Die Weibchen enthalten oft auch Kaviar.
Eine genauere Bestimmung ist mir nicht möglich. Allein von den echten Krabben gibt es  6'800 Arten. 

Nicht zu verwechseln ist diese jedenfalls mit der kleineren con ghẹ (flower crab, Spinnenkrabbe), die wir jeweils in Vũng Tàu essen.



Freitag, 11. August 2023

Testbericht Vinfast VF e34

Gestern konnten wir endlich einmal ein elektrisches Taxi made in Vietnam nehmen. Meine App hat zuvor nicht recht funktioniert. Hier meine Eindrücke:
Äusserlich ist der VF e34 eher ein Kleinwagen. Im Inneren sitzt man jedoch etwas höher aufgrund der Fahrbatterie im Boden. Drei Fahrgäste haben genügend Beinfreiheit, ein vierter hat auch Platz, und mit dem Raum über dem Kopf ist er schon fast ein kleiner SUV.
Gemäss Fahrer dauert eine volle Ladung der Batterie eine Stunde 20 Minuten und reicht für 260 km im Stadtverkehr. 
Das Design ist, besonders nachts mit reichlich LED-Beleuchtung recht futuristisch-elegant. 
Der Zupf ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Tesla, doch immer noch weit besser als die kursierenden Benziner, die von den vietnamesischen Taxifahrern so untertourig gefahren werden, dass man dauernd das Gefühl hat, jetzt würgen sie dann gleich den Motor ab.
Das Armaturenbrett mit Digital-Tacho ist spartanisch. Das grosse Display in der Mitte scheint etwas von Tesla abgeguckt, das Betriebssystem wirkt aber veraltet. Zum Navigieren verlässt sich unser Fahrer jedenfalls auf sein Handy. Bei jedem Blinken und im Rückwärtsgang schaltet sich eine Vorder- bzw. Heckkamera sowie eine 360°-Ansicht ein, die jedoch stark verzerrt und eher verwirrend ist.
Die Schallisolation ist suboptimal, so dass man nicht unbedingt das Gefühl hat, elektrisch zu fahren. 
Vinfast hat auch ein Selbstfahrsystem angekündigt, im Wirrwar von Ho Chi Minh City aber auch mit wildester Phantasie unvorstellbar. 
Der Zweck scheint sich aber zu erfüllen, das Auto ist billig und alltagstauglich. Und das Wichtigste: für die Vietnamesische Industrie ein gutes Werkzeug, Erfahrung zu sammeln. Langzeitstudien gibt es nicht, die e-Modelle wurden erst diesen Frühling lanciert. 

Das zweite Foto habe ich übrigens auf Phú Quốc aufgenommen, da ist der Anteil eTaxis noch höher. Kein Wunder, wenn gefühlte 10% der Insel Vingroup gehört. 


Donnerstag, 10. August 2023

Fluss-Dinner

Zu unserem papierenen Hochzeitstag (ja, es ist schon ein Jahr her) dinieren wir während einer Schifffahrt auf dem Saigon River.
Zu einem vorzüglichen 5-Gang-Menu, einmal international und einmal vietnamesisch,...
...sehen wir Ho Chi Minh Stadt einmal aus einer anderen Perspektive. 













Mittwoch, 9. August 2023

Wukäsaphilie-Anfall

Nach den 10 Tagen ausschliesslich Seafood auf den Inseln hat mich erstmals ein unglaublicher Gluscht nach etwas Schweizerischem übermannt. Ich geniesse einen Wurstkäsesalat. Gruyère von Emmi, Cervelat von der Metzgerei Angst (hat eine Filiale und produziert hier), in der Grossstadt ist alles erhältlich, wenn's sein muss auch Käsefondue, das muss es jetzt aber nicht. 

Dienstag, 8. August 2023

Sushi Run

Im riesigen AEON Shopping Center spielen wir eine Runde Shoot the Fish.


Und wir wissen schon seit letzem Jahr: Ab 21.30 Uhr gibt es tollen Rabatt auf Sushi, da sie am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können. 

Doch es ist längst kein Geheimtipp mehr und der Ansturm gross. Es bleibt bei 25% Rabatt, und die Auslagen sind innert 20 Minuten praktisch leer. Wir haben uns trotzdem einen Zmittag für morgen gesichert. 

Sonntag, 6. August 2023

Lahme Bertas

Ebenso wie die 4cv Taxis gehörten in den 60ern die Lambros (vietnamesisch Xe Lam) zum Stadtbild. (passende Anmerkung: Ich musste mich belehren lassen, dass es "ze lahm" ausgesprochen wird)
Das Dreirad von Innocenti (Lambretta) war nicht nur als Lastenesel der Handwerker sehr verbreitet. Als in den Kriegsjahren der Busbetrieb eingestellt wurde, fuhren sie auch im Liniendienst. Der Kurs war auf den Seitenlatten angeschrieben. Ihre Zahl war in Saigon bis 30'000 angestiegen, vor allem das Modell Lambro 550 mit 200ccm.
Heute sind sie selten anzutreffen, und höchstens als Werbeträger oder fixe Imbissbuden: 2004 wurden sie aus Sicherheitsgründen im Stadtverkehr verboten. Zum fahren wird eine spezielle Kategorie "A2" im Führerausweis verlangt.
Obwohl schon seit den 60er Jahren die Roller von Piaggio, die Vespas, verbreitet sind, war deren dreirädriger Vespacar offenbar nie eine Alternative zu den Lambros. 
Und nein, der Lambro ist kein Tuk Tuk. Letztere sind thailändische Fabrikate.






Samstag, 5. August 2023

Schnellbau

Vor zwei Monaten war das alte Haus unseres Milchtee-Lieferanten eingestürzt. Heute steht schon das neue. 

Donnerstag, 3. August 2023

Hauptstädtchen

Die Hauptstadt Dương Đông, 61'000 Einwohner, ist hingegen belebt.


Und an unserem Hausstrand geniessen wir eine entspannende Massage. 

Mittwoch, 2. August 2023

Geisterstädte

Gleiches Bild am Nordzipfel (Vingroup): Leerstehende Häuserzeilen
und menschenleere Touristenattraktionen 
Verkommen sie zu Geisterstädten? (zugegeben, es ist nicht Hochsaison, und unser Besuch ist am Morgen)
Einige Läden sind offen, die meisten aber leer, das Interieur ist nur eine Fensterfolie.


Dienstag, 1. August 2023

Alles für einen Kuss?

Eine neue Attraktion der Sun Group am Südzipfel: die Kiss Bridge. 
Ein Musikvideo hat es bereits vorgemacht: Zwischen Weihnacht und Neujahr geht die Sonne genau im 50 cm breiten Spalt zwischen den beiden Flügeln der Brücke unter.
(Bild: SunHome)
Dann sollen dort - natürlich gegen einen entsprechenden Eintrittspreis - Heiratsanträge gemacht werden können.
Das prestigeträchtige Bauwerk des italienischen Architekten Marco Casamonti rundet die neu erbaute Stadt im kitschklassizistischen mediterranen Stil ab.
Die meisten der Häuser (siehe auch "Berichte aus Vietnam" vom 2. und 3. Juni 2022) stehen noch immer leer. Das macht laut Investoren nichts, sie sind als langfristige Wertanlagen gedacht. Böse Zungen behaupten, der Zweck sei Geldwäscherei. Ohne Zweifel ist, dass die Bosse von Sun- und Vingroup Connections zu Russland und der Ukraine haben. Beide Firmengründer haben dort studiert.

Montag, 31. Juli 2023

Angekommen

Nach einer weiteren Schifffahrt sind wir doch noch in Phú Quốc angekommen. Wir sind in unserem kleinen Resort mit Privatstrand für uns allein. Nach all den Strapazen haben wir unseren Aufenthalt auf 4 Nächte verlängert. 
Hier kommt endlich auch unser Hauspfau zum Einsatz. 

...Und hier noch mit Sonnenuntergang:

Sonntag, 30. Juli 2023

Auge um Auge

Aufgrund des Seewetters müssen wir alles ad hoc entscheiden. Heute konnten wir endlich ein Schiff nehmen, allerdings nicht nach Phú Quốc, sondern ans Festland. Von hier gibt es wiederum ein Schnellboot nach Phú Quốc, aber erst morgen. So bleiben wir in der Hafenstadt Rạch Giá und finden auch die lokalen kulinarischen Spezialitäten:
Zunächst Muscheln und Kokos-Salat (wie Papayasalat, aber eben mit Kokosnuss und ausgezeichneten frischen Crevetten)
und als Hauptspeise ein Hot Pot mit marinierten Thunfisch-Augen.

Samstag, 29. Juli 2023

Hoffnung

Der Hafen ist auch heute immer noch geschlossen, und damit jegliche Aktivitäten per Boot nicht möglich. Langsam etwas langweilig für uns Stadtmenschen. Gestern Abend sind wir noch in den Genuss der einzigen Abendunterhaltung gekommen: Bingo.
Doch diese fand ein abruptes Ende: Stromausfall. Auch für den eher zweitklassigen Schausteller ist der Abend gelaufen. Als das Licht wieder angeht, sind alle Gäste verschwunden. 
Wie es sich gehört auf einer einsamen Insel, bleibt uns auch heute nur die Hoffnung auf ein Schiff. Vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, vielleicht Richtung Festland, vielleicht zur Insel Phú Quốc. 

Donnerstag, 27. Juli 2023

Schattenseiten

Nam Du hätte ein grosses Tourismuspotenzial. Doch da sind noch einige Probleme zu lösen. Leider gibt es  noch immer Plätze wie diesen:
1. Abfall: Während das Meer erstaunlich sauber ist (wohl da es die Lebensgrundlage der Inselbewohner ist), wird viel Abfall einfach irgendwo deponiert. Eine Abfuhr ist zwar organisiert, aber das gesammelte Material wird zentral offen verbrannt.
2. Strom: Es gibt kein öffentliches Netz. Häusergruppen teilen sich je einen grossen Dieselgenerator. Auch akustisch nicht gerade vorteilhaft. In unserem Fall wird dieser täglich von 06 bis 07 Uhr abgeschaltet. Wind und Sonne wären reichlich vorhanden. 
3. Wetter: kann sehr launisch sein. Heute war aufgrund einer Sturmwarnung die Verbindung zum Festland unterbrochen. Auch unser Inselhopping wurde abgesagt. 
4. Standorte für Hotelanlagen: Das Dorf ist klein parzelliert und kommt nicht in Frage. Ausserhalb müssten erst Strassen gebaut und Wald gerodet werden. Letzteren gibt es noch genug. Sandstrand müsste aufgeschüttet werden. Die Auswirkungen auf das Ökosystem sind mir nicht bekannt.
5. Abwasser: Eine Kläranlage habe ich gesichtet, was trotzdem ins Meer geht, will ich lieber nicht wissen. 
6. Verkehr: Autos gibt es nicht und braucht es auch nicht. Geschweige denn einen Bus. Garaventa hätte sicher auch für diese Insel die passenden Seilbahnen.
7. Flughafen: Es gibt nirgendwo eine ebene Fläche für eine Piste. Zum Glück. 
8. Vergnügungsparks: Nein, wir lassen es lieber beim alten Fischerdorf. 

Mittwoch, 26. Juli 2023

Einsam unterwegs

Wir fahren mit dem Töff einmal um die ganze Insel. Ausser im Dorf treffen wir auf kaum einen Menschen. 
So finden wir auch das, wie man sich gemeinhin eine einsame Insel vorstellt:
Das einzige richtige Hotel auf der Insel ist auch in der Nähe. Kolonialstil und gut gemeint mit der Solaranlage, architektonisch aber ein Fehlgriff.
Zurück im Fischerdorf verspeisen wir diesen Hornhecht, vietnamesisch Cá Xương Xanh, "Blauknochenfisch". Tatsächlich ist seine Wirbelsäule blau.
Sein Fleisch ist ausgezeichnet und ohne lästige Gräten. 







Dienstag, 25. Juli 2023

Insel-Woche

Eigentlich sind wir unterwegs zu meiner Lieblingsinsel Phú Quốc. Für einmal haben wir nicht den Luftweg gewählt und machen Halt auf der Inselgruppe Nam Du. Das sind 21 kleine Inseln im Golf von Thailand. Auf der grössten, Hòn Lớn, knapp 6 km lang, sind wir einquartiert.
Das ist die Hauptstrasse. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Die Bewohner leben von der Fischerei, der Tourismus ist (noch!) rudimentär. 
Einen Supermarkt gibt es nicht. Wir kaufen unser Abendessen frisch am Fischerhafen ein. 
Zubereitet wird es dann in unserem Gasthaus...

Eine Stunde später klingelt das Telefon. Es ist angerichtet.