Unterhaltsames über Reisen und Leben in Vietnam von Thomas Lüscher, Schweiz/Vietnam
Samstag, 3. Februar 2024
Blumen auf dem Bahnhof
Heute wurden die Blumenmärkte für Tết eröffnet.Zwischen dem Park und dem Tết-Markt vor dem Bến Thành ist erneut ein Bahnhof, allerdings unterirdisch. Auch mit 10 Jahren Verspätung ist die Metro noch immer nicht eröffnet. Eine kleine Vorschau gibt es vom Lichtpavillon aus:
Freitag, 2. Februar 2024
I can fly
Auf unserem Hausdach habe ich einen Helikopterlandeplatz errichtet
Der Helikopter war ein Schnäppchen für 790'000.-
Das Fliegen gestaltet sich schwierig, zumal wir dauernd leichte Böen haben, die das Fluggerät gar nicht gerne hat. Einmal wurde es ausserhalb Reichweite der Steuerung gepustet. Schock!!! Zum Glück hatte ich kurz darauf wieder Kontakt und konnte nach Hause fliegen.
Ich warte nun auf besseres Flugwetter, das es meist nur um 6 Uhr morgens gibt. Dann folgen vielleicht auch bessere Aufnahmen.
Donnerstag, 1. Februar 2024
Kulinarische Entdeckung
Praktisch jeden Tag fahren wir an einem grossen Dim-Sum-Restaurant in unserem Stadtkreis vorbei. Wohl ziemlich langweilig, dachten wir, bis ich im Internet auf dessen Speisekarte gestossen bin.
Nebst den verschiedensten kreativen Teigtaschen gibt es sautierte Jakobsmuscheln auf grünen Spargeln,
frittierte Riesencrevetten im Teigmantel an einer Ananas-Mayonnaise, gedämpfte Krabbenrollen mit Fischrogen und noch viele weitere Spezialitäten.
Mittwoch, 31. Januar 2024
Overdressed
Eigentlich hatten wir uns extra schick gekleidet, um im noblen Stadtkreis 2 essen zu gehen.
Weil da nichts daraus wurde, essen wir in einer Strassenküche Phá Lấu, einen Innereien-Schmortopf.
In unserem Falle sind vor allem Kutteln und Leber zu erkennen. Andernorts gehören Zunge, Ohren und Magen dazu, oder wie vor dem Binh Tây Markt Würste mit Innereien.
Festvorbereitungen
In 10 Tagen ist Tết, das grosse Neujahrsfest. Überall wird fleissig gearbeitet, doch es ist bei weitem noch nicht alles bereit, so wie hier im modernen District 2.
Fertig sind schon riesige Sonnenblumenfelder, die die Skyline noch fotogener machen.
Freitag, 26. Januar 2024
Vietnamesisch für Frankophone
Vietnamesisch ist definitiv keine romanische Sprache. Dennoch haben 100 Jahre Kolonialisierungsversuche ihre Spuren in der Sprache hinterlassen. Ich habe schon etliche Wörter gesammelt, die aus dem Französischen kommen.
ph wird f ausgesprochen
x = scharfes s
d wird j ausgesprochen (im Gegensatz zu đ = d)
ơ = wie das EU in beurre
Nur eines kommt aus dem Deutschen: bia = Bier, es wird so ausgesprochen wie es die Deutschen tun.
Dienstag, 23. Januar 2024
Hörnli ohne Ghackets
Es muss nicht Hackfleisch sein. Mit Schweinsfleisch am Knochen, Blutwürfel und Rettich ist die Hörnlisuppe tipptopp. Eine vollwertige Mahlzeit auf der Strasse für einen Franken.
Montag, 22. Januar 2024
Verwöhnte Katzen
Nicht nur die Menschen in Vietnam essen aussergewöhnlich und vielseitig, sondern auch deren Katzen.
Als Delikatessen für sie werden nebst getrocknetem Fisch auch ebensolche Vögeli angeboten. Natürlich gibt es auch Dosenfutter (Paté), allein von einem Hersteller in 14 Geschmacksrichtungen.
Als Trockenfutter kann man sich Würfel aus Fleisch, Fisch, Ei usw. zusammenstellen lassen.
Überteuertes "Sheba" braucht es nicht, zum Verwöhnen gibt es verschiedene Snack-Pasten in Kleinportionen.
So eine naturnahe Ernährung gibt einen gesunden Schlaf.
Donnerstag, 18. Januar 2024
Die Waffen des Herrn Taylor
Auf unserem obligaten Ausflug nach Vũng Tàu habe ich diesen netten Herrn kennengelernt.
Mr. Robert Taylor, 78, vormals Maschineningenieur in London, hat sich 1996 in Vũng Tàu niedergelassen. Er ist seit er 18 war begeisterter Waffen- und Uniformsammler. 2006 hatte die Stadt Vũng Tàu Projekte für Tourismusinvestitionen ausgeschrieben. Taylor bewarb sich. Es gab keine Gesetze für ein Museum eines Ausländers, und privater Waffenbesitz ist in Vietnam verboten. Die Stadt hat Taylor jedoch bei den äusserst komplizierten Verhandlungen unterstützt, und er erhielt 2011 eine Lizenz. Ein Jahr später konnte er seine Sammlung aus London importieren.
Vũng Tàu stellte ihm sogar eine alte französische Villa gratis zur Verfügung, mit der Auflage, diese zu renovieren. 2016 konnte Mr. Taylor sein privates Museum eröffnen.
Seine Sammlung ist riesig. Über 3'000 Exponate vom Mittelalter bis zum Vietnamkonflikt sind professionell ausgestellt.
Selbst die Schweiz ist vertreten, mit einem Hauptmann, einem Furier, 3 Soldaten und mehreren Waffen:
Die Sammlung ist so einzigartig, dass sie sogar Auszeichnungen von der Sozialistischen Republik Vietnam erhalten hat, und dies obwohl sie Privateigentum eines Ausländers ist.
Dienstag, 16. Januar 2024
1 x Partymeile für Fr. 2.80
Da gerade in der Gegend, gehen wir eins ziehen in der Partymeile Bùi Viên Street. Im etwas ruhigeren älteren Teil kosten zwei Bier und ein Softdrink sowie ein bewachter Töffparkplatz in der kleinen Seitengasse hinter uns je 70 Rappen. Prost.
Montag, 15. Januar 2024
Das etwas andere Café
Es brauchte Detektivarbeit, diesen Ort zu finden. Nur äusserlich ist es ein ganz normales Café. Im Internet ist nicht viel zu finden, und wenn, dann mit falschen Adressen. Dabei hatte dieses Haus Einfluss auf die Weltgeschichte.
In der Gaststube wird auf ein Trinkgeld hin ein Salontisch beiseite geschoben und ein Stück Boden herausgenommen.
Darunter befindet sich eine geheime Treppe zu mehreren Räumen und kleinen Tunnels (Die Häuser in Vietnam sind normalerweise nicht unterkellert).
Hier wurden 1968 durch Offiziere der nordvietnamesischen Special Forces Vorbereitungen zur Tet-Offensive getroffen und fast 3 Tonnen Waffen und Munition versteckt.
Im Café steht der Döschwo, mit dem in den Nachtstunden die Waffen, getarnt in Gemüsekörben, angeliefert wurden.
Der Hausbesitzer hat liebevoll noch viele weitere Relikte aus jener Zeit ausgestellt, auch seine Ventilatoren- und Radiosammlung.
Dienstag, 9. Januar 2024
Butterwachteln
Ein weiterer leckerer Streetfood sind frittierte Wachteln. Man isst sie samt Kopf und Schnabel.
Wer liest diesen Blog?
So, wie ich ihn konfiguriert habe (offen, keine Registrierung/Login, aber nicht aufgeführt in Suchmaschinen), bleiben die Zahlen überschaubar klein. Explizit wer ihn liest oder kommentiert, sehe ich nicht. Dennoch liefert Google Analytics erstaunliche Antworten:
Seit dem Anfang gab es über 5'800 Zugriffe.
In den aktiven Zeiten (wenn ich in Vietnam bin), sind das durchschnittlich 10 bis 30 pro Tag.
Klar ist, dass die Leser grösstenteils in der Schweiz, gefolgt von Vietnam, sind. Erstaunlich aber, in welchen anderen Ländern (letzte 12 Monate):
Während der Blog durch die ganze Zeit mit führenden 40% auf Android Handys angesehen wurde, hat Apple in den letzten 3 Monaten ganz klar überholt:
Die Zugriffe erfolgten direkt oder aus verschiedensten Seiten, einige aber via meine Webseiten mat-mag.ch und luescher.vn (letzte 12 Monate):
Montag, 8. Januar 2024
Sonnenschutz
Auf der Strasse sieht man hier oft völlig vermummte Leute. Das hat keinen religiösen Hintergrund: Die Vietnamesen sind sich der Gefahren der UV-Strahlung bewusst (wir sind hier nur 10° nördlich vom Äquator). Ausserdem ist das Schönheitsideal, möglichst weiss zu sein. Entsprechend riesig und phantasievoll ist das Angebot an Produkten, die vor der Sonne schützen:
Der Handrückenmantel für Töfffahrer, die keine Handschuhe tragen wollen:
An die Gesichtsmaske habe ich mich schon vor Corona gewöhnt. Es gibt aber auch den Kombihut mit Nacken- und Ganzgesichtsschutz:
Wenn man auf dem Töff kurze Hosen trägt: Die Schürzenhose ist hinten luftig offen:
Und ein Kapuzen-T-Shirt reicht natürlich auch nicht. Es muss schon ein langärmeliges mit Kopfkondom sein:
Bilder, ausser das erste: (c) Shopee
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